Projekt FlexCharge BW: mehr aus dem Netz rausholen
FlexCharge BW – NETZlabor E-Lkw nennt sich das neue Innovationsprojekt, das die Projektpartner kürzlich der Öffentlichkeit vorstellten. „Der Hochlauf der Elektromobilität funktioniert nur, wenn wir die Themen Ladeinfrastruktur und Verteilnetz zusammendenken“, erläuterte Projektleiterin Dr. Kathrin Walz. Hier kommt FlexCharge BW ins Spiel. Die Projektpartner, zu denen neben Logistik Schmitt die Spedition Stickel gehört, erproben das sogenannte netzorientierte Laden. Das bedeutet, dass sich die Ladevorgänge flexibel an der Netzsituation orientieren. Zusammen bringen die Partner vier Depotstandorte, 20 Schnellladepunkte und 40 E-Lkw in das Vorhaben ein – wobei die Elektroflotte der Unternehmen in Summe noch deutlich größer ist. „Wir freuen uns auf das Projekt und sind überzeugt, dass wir durch die Teilnahme daran nur gewinnen können“, sagte Geschäftsführer Rainer Schmitt. „Denn Strom ist für die Branche das neue Gold.“
Ladepläne in Abhängigkeit von der Netzsituation
Der Schlüssel liegt in einer entsprechenden Dynamik beim Laden der Trucks. „Zu bestimmten Zeiten gibt es mehr freie Kapazitäten. Netzorientiertes Laden kann diese Zeitfenster nutzbar machen“, sagte die stellvertretende Projektleiterin Nadine Eisinger. Im Projektverlauf wollen die Beteiligten dynamische Ladefahrpläne entwickeln. Basis dafür sind belastbare Informationen zur Netzsituation. Anhand dieser Parameter erarbeitet das Energiemanagement des jeweiligen Standorts konkrete Ladepläne. Danach können die Unternehmen ihre Ladevorgänge ausrichten. Durch das Projekt FlexCharge BW rechne man auch mit Kostenvorteilen, erläuterte Logistik Schmitt-Geschäftsführer Volker Klemm. Das netzdienliche Laden hilft auch dem Netzbetreiber, da es das Stromnetz entlastet. Zu bestimmten Zeiten, etwa zur typischen Aufstehzeit – wenn Föhne und Kaffeemaschinen gleichzeitig laufen – ist der Druck aufs Netz besonders groß. Durch die atypische Netznutzung, bei der Ladevorgänge außerhalb der definierten Hochlastzeitfenster stattfinden, können die Netzentgelte erheblich sinken – es profitieren also Netzbetreiber und Kunde gleichermaßen.



